Sonntag, 20.05.2012 22:51 Uhr

Schwermetaller machen Party an der Ruhr

Verfasser: Kurt Reimann Herne, 07.10.2011, 11:47 Uhr
Presse-Ressort von: Kurt Reimann Bericht 4402x gelesen
Hier geht's zur Heavy Metal Party!
Hier geht's zur Heavy Metal Party!  Bild: Kurt Reimann

Herne [ENA] Das Ruhrgebiet - Europas stählernes Herz ist müde geworden, sein Pulsieren kaum noch zu hören. Der Rauch seiner Schlote ist dünn geworden, die Glut seiner Hochöfen so gut wie erloschen. Ganz anders hingegen sieht es in der Heavy Metal Szene der Region aus. Hier wird gehämmert - volles Rohr!

So auch beim EXILE Festival im Stadtteilzentrum PLUTO in Herne Wanne, das man zum wiederholten Male, für zwei ’Schichten’ (30.09./01.10.), zum ’Rock ’n Roll-Stahlwerk’ umfunktioniert hatte. Gefahren wurden beide ’Schichten’ mit je fünf ’Arbeitstrupps’, die sich die Seele aus dem Leib powerten, den Saal zum kochen brachten. Ja, hier war richtig Qualm in der Hütte. Der sonst im Ruhrpott allgegenwärtige Gruß ’Glück Auf!’ schien vergessen, hier hieß es: ’Metal On …!’

Power, Trauer, Totentanz

Zum Auftakt der Heavy Metal-Party gab’s ’ne Lore eisenharter Songs, geschmiedet vom Triumvirat B.R.E.T., das aus Xanten am Niederrhein, der Geburtsstadt Siegfrieds des Drachentöters, angereist war. Weiter ging’s mit IRONSTATE aus Dortmund, deren brillante Performance man so schnell nicht vergessen wird, obwohl die Jungs auf ihrer CD von sich selbst behaupten, ’Buried in Oblivion’ zu sein! Im Anschluss daran wurd’s gruselig, als Gevatter Tod, seine Sense schwingend, die Bühne enterte. Im Schlepptau Dennis, Oliver, Alex und Tristan – FINAL DEPRAVITY. In gewohnter Manier boten die Gelsenkirchener Thrasher ’Fetz vom Feinsten’. Besonders Alex, der neue Mann am Bass, seit August etabliertes Bandmitglied, strotzte vor Energie.

B.R.E.T.
Ironstate
Final Depravity
Thorsten (Everflow)
The Grim Reaper
Britta (Cripper)

Was wäre der Tod ohne Trauer! Über dem nächsten Gig schwebte der schwarze Flor, denn EVERFLOW, die ihre CD-Release Show darboten, hatten plötzlich und unerwartet ihren Keyborder verloren. Ein guter Grund, die Metallhämmer noch schneller und energischer, wie üblich, kreisen zu lassen. Der Tod von Recklinghausen war somit besiegt – im Glanz des Monds von Wanne Eickel! Zum krönenden Abschluss der ersten ’Schicht’ dann Besuch aus Hannover. Thrash-Queen Britta, sowie ihre vier ’CRIPPER-Ritter’, heizten ihrem enthusiastischen Publikum ein, als wäre der Teufel hinter ihnen her. Im Saal war’s heiß wie in der Hölle. Im Schweiße ihres Angesichts zelebrierten die Nordlichter die perfekte Show. Danach war erst mal Feierabend.

Trubel, Jubel, Jubiläum

Wie bereits am Vortag wurde auch der Opening-Act der zweiten ’Schicht’ im ’PLUTO-Stahlwerk’ von Metallern gerockt, die jenseits des Rheins zu Hause sind: ANOTHER PROBLEM aus Ratingen; und auch sie präsentierten ihren neuen Bassisten. Fortgesetzt wurde der Hardcore-Reigen mit FAIRYTALE und RECKLESS MANSLAUGHTER, allesamt kohlenpötter ’Knappen’, die den stählernen Teppich für SACRED STEEL, die Gäste aus dem Schwabenländle, ausrollten.

Die Show der ’Wargods Of Metal’, ihr Sound hart wie Kruppstahl, war bombastisch und erinnerte nicht im Geringsten an die gemütlich vor sich hin rocking and rollende Schwäbsche Eisenbahn, beziehungsweise an ’Schaffe, schaffe, Häusle baue’, denn um ein Haar hätten die fünf Alemannen die Hütte abgerissen. Dies wäre jedoch übel gewesen, schließlich stand noch eine besondere Fuhre ’Edelstahl’ ins Haus!

Another Problem
Fairytale
Reckless Manslaughter
Sacred Steel
"Gute Frage - nächste Frage!"
Layment

LAYMENT, die Lokalmatadore hatten zur Jubiläumsshow anlässlich ihres 15-jährigen Bandbestehens geladen. Um die Fans für dieses Highlight richtig in Stimmung zu bringen, rief Veranstalter Christian Kokoska zur Podiumsdiskussion, an der, neben den Schmidt-Brüdern (Tobe, Julian und Marosh), dem ’harten Kern’ der Herner Heavy Heroes, auch die Autoren Holger Schmenk und Christian Krumm teilnahmen, die aus ihrem Werk ’Kumpels in Kutten – Heavy Metal im Ruhrgebiet’ rezitierten, bevor die LAYMENT-Gladiatoren ihr PLUTO in einen Hexenkessel verwandelten. Fazit: Das EXILE Festival 2011 – ein Event, der noch lange in Erinnerung bleiben wird!

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